Wie Hugh Hefner mit dem Magazin Playboy nicht nur ein utopisches Lebenskonstrukt entwarf, sondern gleichzeitig auch die Staffage, die Räumlichkeiten und die Medien, die seinen Gegenentwurf zur bürgerlichen Nachkriegsexistenz einer prüden amerikanischen Gesellschaft stützten, das beschreibt die Philosophin und Queer-Theoretikerin Beatriz Preciado in ihrem neuesten Buch Pornotopia. Architektur, Sexualität und Multimedia im >Playboy<

Wer nun eine reine Pornographiekritik erwartet, wird jedoch enttäuscht. Denn diese unmoralische Analyse des Magazins Playboy geht weit darüber hinaus und ist so unterhaltsam, wie es bei wissenschaftlicher Literatur eher selten der Fall ist. Preciado zeigt auf verblüffende und humorvolle Art und Weise, wie sich die Konstruktion des Geschlechts in der Produktion von virtuellem und realem Raum niederschlägt – ein echter Playboy fröhnt nicht nur dem Macho-Habitus, er wohnt und inszeniert sich auch dementsprechend.