TRANZIT PAPER

space. body. politics.

Posts from the “N°06 PERFORMANCE” Category

Performance: Nick Cave: HEARD•NY

Posted on 2013/03/31

Credits: via Creative Time


Creative Time is a New York-based collective, that – over the past four decades – has commissioned and presented ambitious public art projects throughout New York City and around the world. Their work is guided by three core values: art matters, artists’ voices are important in shaping society, and public spaces are places for creative and free expression.
For their latest project, HEARD•NY, artist Nick Cave transforms Grand Central Terminal’s Vanderbilt Hall for one week: Students from the Alvin Ailey American Dance Theater moved through the station wearing Nick Cave’s Soundsuits as part of the station’s centennial celebration. What people see and hear is a herd of thirty colorful life-size horses peacefully “grazing” and tperiodically breaking into choreographed movement—or “crossings”— accompanied by live music. The project was open to the public and free of charge, presented by Creative Time and MTA Arts for Transit as part of a series of events celebrating the centennial of Grand Central.

LINK: http://creativetime.org/


When you really live in Wien, or Berlin.

Posted on 2013/03/28


Currently there`s a hype about blogs, that emphasize a city`s very specific characteristics. On the one hand side there is Ali, from the Berlinian district Neukölln, who gets portraied every morning on the Tumblr blog What Ali Wore. Ali has just gathered some kind of web prominence for his outer appearance, that`s made up by his thoughtful kind of dressing and his migration background – all this may be (freely?) associated with the city`s identity, and, furthermore, with the district Neukölln.
Neukölln, formerly known as an example for a district with social challenges, has recently become a place of gentrification. This blog can be seen as an indication of Berlin`s self-perception: Style plus ethnic mix = the hip and open-minded Berlin.
Then there are two more new blogs: When You Really Live In Berlin and, When You Really Live In Wien. Both blogs offer humorous visual (gif) answers to situations which are typical for life in the particular city, taking local mannerism for a ride: Why you get shot, when asking for a “Tüte” at the supermarket? Because you`re not in Berlin or elsewhere in Germany, but in Austria! So, ask for a “Sackerl” (which will reveal your identity either way, because you won`t be able to pronounce it the genuine way). Check these blogs out to be prepared for your next visit in Vienna or Berlin – and, never ever come out as a tourist again.

Photo credits: When You Really Live In Wien
photo on top: What Ali wore

Mobile Culture: Centre Pompidou on Tour

Posted on 2013/03/21

The meaning of the museum has been widely discussed in the recent past – is its self concept as a ´temple of culture` still appropriate in a society that`s striving for bottom-up processes and participation, when it comes – for example- to city life? But the act of presentation raises various questions when it comes to tpoics like equality in observation. How to make art easy accessible for all and, at the same time, paying respect to it through an adequate architectural situation?
Still, most museums are located in the more hip districts, in a rich cultural context. Just take a look at the Centre Pompidou in Paris, which is located in the historically grown, and culturally rich 4th Arrondissement.
But now there`s the mobile version of the Centre Pompidou, the Centre Pompidou Mobile, which currently is on its way through France, stopping over at seven destinations between 2012 and 2014. It`s the projects aim to bring art and culture into provincial towns.
The flexible construction shows a selection of fourteen art works from the Centre Pompidou and is created by the French architects Patrick Bouchain and Loïc Julienne, who have a planning background with temporary architectural installations like theatres, circuses and urban festivals.
The form of the three tents reminds of diamonds and extends to 700 square meters. In contrast to its white interior, the tent`s orange colour shall attract attention wherever it stops.

TIP: Patrick Bouchain and Loïc Julienne will present the Centre Pompidou Mobile in a lecture on March 26, 2013 in the frame of the exhibition Kultur:Stadt in Berlin. Find further information here.

 

Source and photos via.

Über die Unterhaltung einer öffentlichen Person

Posted on 2012/12/13

Über den Vorgang des Publizierens eines öffentlichen Textes – zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, zwischen Inszenierung und Selbstbestimmung: Thomas Wagensommerer, Medienkünstler, Musiker und Theoretiker, unternimmt eine essayistische Annäherung an den textuellen Schritt in den öffentlichen Raum.



Text: Thomas Wagensommerer
Bild: Louise Linsenbolz


An dieser Stelle möchte ich mich öffentlich machen.
Von nun an werde ich das auch bleiben, um diesen Text beenden zu können. Dies impliziert bereits ein unterhaltsames Paradoxon, wonach es mir ja tatsächlich auch nicht möglich wäre, etwas an diesem Platz zu hinterlassen, wäre ich nicht öffentlich. Analytisches Urteil a priori.

Ich verweise. Ich zitiere mich selbst als Urheber eines nicht öffentlichen bzw. nicht veröffentlichten Textes, dessen Impetus es war ein abstrahiertes Bild der Struktur von Unterhaltung zu zeichnen. Dieses abstrahierte Bild wurde zu einer Apotheose seiner selbst. Ich entschied mich deshalb, diesen Text einen privaten sein zu lassen und nun lediglich auf dessen Versäumnisse zu referenzieren.

Ich muss mir die Frage stellen, was mich daran hindert, eine absichtlich streng subjektiv Anhandlung eines allgegenwärtigen Themas mit Vehemenz nicht als solche auszuweisen. Ich behauptete nie, mich einer Allgemeingültigkeit verpflichtet zu fühlen. Im Prozess des Schreibens – ganz anders als im Prozess des Denkens – konnte ich jedoch die Faust einer Pseudoobjektivität im Nacken spüren, der ich mit Verbeugung nachgab.
Vermutlich wollte ich mich zu einem großen Teil ganz einfach nicht angreifbar machen. Dieses Faktum kann man vielen publizierten Texten attestieren. Und das aus einem guten und nachvollziehbaren Grund. Zu einem weiteren, vermutlich ebenfalls recht großen, Teil wollte ich mich selbst nicht zu ernst nehmen und habe diese Ernsthaftigkeit ins Abstrakte projiziert. Und dies passierte aus einer gemeinen Eitelkeit.

Doch genau dieser Vorgang des Sich-Aussetzens war (und ist gewissermaßen als Echo immer noch) Thema des eigentlichen Textes: Wer bin ich in der Öffentlichkeit und wie unterhält diese mich? Nun bin ich seit 1506 Zeichen öffentlich. Mein Selbst hat sich in dieser Zeit nicht spürbar verändert. Mein Menschschein, über das ich auch nicht mal annähernd ausreichend Bescheid weiß, erscheint mir unerschütterlich ähnlich wie vor Beginn des Textes. Jedoch bin ich mir andererseits bewusst, dass ich als Mensch unter bedingungsloser Mithilfe der
Rezeption eine Person konstruiert habe. Eine öffentliche Person. Mit Sicherheit ist es nicht meine erste Konstruktion einer ebensolchen. Zu diesem Zeitpunkt bin ich bereits eine Vielzahl, die, wenn ich sie unter Kontrolle hielte, einander nicht in die Quere kämen. Ich bin mir sicher, ich konnte bzw. kann das nicht.

Woran liegt es aber, dass ich nicht im Stande bin eine klare Grenze zu ziehen? Ich behaupte – und ich behaupte das nur als Erklärungsversuch vor mir selbst – dass die Öffentlichkeit als eine sich meine öffentlichen Personen einverleibende Organisation eine Struktur etabliert hat, die wie ein schwarzes Loch ebendiese unwiderstehlich
anzieht und sie kollidieren lässt. Und diese Struktur erkenne ich als die Unterhaltung. Die Unterhaltung ist der Ordnungshüter einer Öffentlichkeit, die sich dadurch vor einer Mutation ihres immanenten sozialen Körpers zu schützen versucht. Kein bestehendes System würde per definitionem Elemente erschaffen, die das System selbst angreifen. Nun ist die Öffentlichkeit kein lediglich schaffendes System, sondern bezieht einen großen Teil ihres
Kompositums aus seinen Elementen. Man kann also sagen, dass sich mit jedem auftauchenden Element der Öffentlichkeit sich die Öffentlichkeit selbst adaptiert. Jedoch hat diese, wahrscheinlich unter tatkräftiger und ebenso naiver Mithilfe ihrer Elemente, einen Mechanismus zur Abwehr einer Verkrüppelung entwickelt.

Die Unterhaltung der Öffentlichkeit entfernt die Personen von ihrem Ursprung – dem Menschen – und schreibt ihnen fortan eine Selbstbestimmung zu, welche sich in einer geschickten Inszenierung verortet fühlen darf.

Und mit Genuss beiße ich in dieses Zuckerbrot.

Autor:
Thomas Wagensommerer lives and works in Vienna, Austria.
Studies of Digital Mediatechnology at the University of Applied Sciences St. Pölten,
Philosophy at the University Vienna, Transdiciplinary Art (TransArts) at the University of Applied Arts Vienna.
Works as mediaartist, musician and theoretician in both installative and performative ways.
Lecturer for Experimental Media at the University of Applied Sciences St. Pölten.
www.wagensommerer.at

 

Visuals: Copyright Louise Linsenbolz

EIN.KÜCHEN.BAU – ein Gespräch zwischen Architekturtheorie, Feminismus und Ikea

Posted on 2012/11/27

 

Leistbar, funktional und arbeitsfreundlich sollte sie sein, die Küche – der Traum einer jeden Hausfrau, zumindest in den goldenen 20er Jahren. Genau das realisierte die Architektin Margarete Schütte-Lihotzky in den zwanziger Jahren mit ihrem Entwurf Frankfurter Küche, bis zur Perfektion brachte sie möglichst viele Funktionen auf wenig Platz unter.

Nun untersucht der Künstler Joonas Lahtinen mit der Performance EIN.KÜCHEN.BAU. den normierten Raum im Allgemeinen und das Konzept der Einbauküche nach Schütte-Lihotzky im Besonderen auf seinen Aktualitätsgehalt.
“Räume wirken bewusst und unterbewusst ständig auf das Leben der Menschen ein, diese können der Architektur nicht entrinnen,” spricht Lahtinen während der Performance durch ein Megaphon. Es ist ein Originalzitat Schütte-Lihotzkys, mit dem die BesucherInnen hier konfrontiert werden. Und dies Aussage ist nicht minder aktuell als vor gut 90 Jahren.