screenshot Bunker Cities

Als Reaktion auf die zunehmende Ghettoisierung in den Megastädten der Welt kommt es vermehrt zu sozialer und räumlicher Trennung von Gesellschaftsschichten. In Brasilien etwa trennen bewachte Wohnanlagen die Lebenswelten von Arm und Reich. “Wir haben uns goldene Käfige gebaut. Wie sind Gefangene unseres eigenen Luxus!”, sagt eine Bewohnerin der Condomínios, der abgesicherten städtischen Wohnungsbauprojekte, in der Dokumentation Bunker Cities. Die Condomínios sind keine Vorstädte, sondern regelrechte Privatstädte, die im urbanen Gefüge unanfechtbaren Festungen gleichen – mit eigenen Geschäften, Dienstleistungen und Sicherheitskräften. Ein Lebenstil, der sich weltweit zunehmender Beliebtheit erfreut.
Während sich Wohlhabende den “Luxus” dieser abgesicherten städtischen Inseln leisten können, werden Menschen in Bagdad unfreiwillig durch neu errichtete Betonmauern von ihren Nachbarn getrennt. Es handelt sich dabei um einen Versuch der US-Armee, die BewohnerInnen zu kontrollieren, indem sie – am Beispiel der Gated Communities orientiert – die Stadt mit Betonmauern in Bereiche und nach Religionen getrennt einteilen. Man verspricht sich davon, soziale und gesellschafliche Unterschiede beheben zu können.
Die sehenswerte Dokumentation Bunker Cities (2011), zeigt unterschiedliche Beispiele der gesellschaftlichen und räumlichen Fragmentierung durch gebauten Raum an verschiedenen Beispielen in Asien, Latainamerika und Mitteleuropa und ist heute Nacht in zweiter Ausstrahlung auf Arte und abrufbar als Video auf Arte.tv zu sehen.

 

Bunker Cities (Frankreich 2011, 53min.)
-available in French and German-
(Erstausstrahlung: Di, 27. März 2012, 22:27)
nächster Ausstrahlungstermin: 2.April 2012, 01:55
oder als Video on demand