Die zweite Vortrag der Carl E. Schorske Lectures mit dem Titel Miniaturen der Metropole als Medium der Moderne, veranstaltet vom IFK der Kunstuniversität Linz, beschäftigt sich mit der Stadtprosa.
Städtische Miniaturen von Baudelaire bis zu Aragon werden ebenso wie jene von Rilke bis zu Musil und Benjamin als ein paradigmatisches Medium der klassischen europäischen Moderne in Betracht gezogen. Seit Mitte des 19.Jahrhunderts dient die „literarische Miniatur“ als Experimentierfeld von intellektueller und künstlerischer Stadtwahrnehmung und Stadterfahrung.


Meist zuerst in Feuilletons oder Zeitschriften veröffentlicht, hat sich eine Art fragmentarischer Stadtprosa entwickelt, die in ihrer Beziehung zu alten und neuen visuellen Medien wie Emblemen und flüchtigem Sketch, Fotografie und Film ihre spezifischen Eigenheiten und Signaturen herausbildet. Diese Texte sind kennzeichnend für eine historische Schwellensituation, in der die Metropolen noch Inseln der Modernisierung in einer vorwiegend ländlich und dörflich geprägten Ökonomie und Umwelt darstellten.

 

2. Carl E. Schorske Lecture:
Miniaturen der Metropole als Medium der Moderne
23.05.2012 , 6 pm
Österreichisches Staatsarchiv
Minoritenplatz 1, Dachfoyer
1010 Wien