Ein Auszug aus einem Interview mit dem US-Geographen und Ökonom David Harvey, erschienen auf Telepolis.

[...]Das Prinzip der neoliberalen Stadtpolitik lautet: “Spalte und herrsche!” Durch diese Politik sind Enklaven entstanden, die sich von ihrer Umwelt abzuschotten versuchen und in denen die Paranoia wuchert, die Angst vor Menschen, die anders sind oder auch nur so aussehen. Der Fragmentierung der Stadt entspricht die verbreitete Haltung, man hätte das Recht, in der eigenen Nachbarschaft nicht mit Fremdem konfrontiert zu werden.


Das Ziel der kapitalistischen Urbanisierung war immer zu verhindern, dass Städte Zentren der politischen Opposition oder Willensbildung werden. Etwas wie die Pariser Kommune sollte sich niemals wiederholen. Ich sehe unsere Aufgabe darin, auf den Ruinen der kapitalistischen Urbanisierung eine sozialere Stadt aufzubauen, eine Stadt, die wieder als eine politische Einheit fungiert. Zu dieser Strategie gehört, Bündnisse zu schmieden zwischen den verschiedenen urbanen Bevölkerungsgruppen, die auf die eine oder andere Weise unter den Verhältnissen leiden. Das wird nicht einfach werden, aber es ist durchaus vorstellbar. An vielen Orten regen sich städtische Gegenbewegungen, die eine enorme Macht entfalten können. [...] [WEITERLESEN]

Das vollständige Interview lässt sich hier nachlesen. Auf David Harvey`s Blog gibt es außerdem die Vortrags-Reihe Reading Marx`s Capital with David Harvey.