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Katja Kullmann: Rasende Ruinen

Posted on 2012/04/19

Ein Interview mit Katja Kullmann, Essayistin und Sachbuchautorin, die in Berlin soeben ihr neuestes Buch präsentierte: Rasende Ruinen – Wie Detroit sich neu erfindet.

Katja Kullmann war im Herbst 2011 vor Ort im ehemaligen Zentrum der amerikanischen Automobilproduktion und porträtiert in ihrer literarischen Reportage eine Stadt im Spannungsfeld von Investment, Urban Sprawl und kreativer Klasse.
Das Schöne: Es geht vorrangig um die Menschen in Detroit, ihre Geschichten und ihr Engagement. Kullmann verdichtet ihre Reiseerfahrungen am Geburtsort des Techno zu einem Geflecht inspirierender Eindrücke, die in rasender Geschwindigkeit ein differenziertes Porträt des vieldiskutierten shitholes Amerikas zeichnen.

Im Herbst 2011 sind Sie für vier Wochen nach Detroit gereist. In welchem Kontext ist die Idee zu “Rasende Ruinen” entstanden und wieso ausgerechnet Detroit?

Detroit ist seit Jahren eine Art Fetischort für mich, schon seit ich 17 bin. Das liegt zunächst mal an der Musik. Ich bin ein Soul-Fan, sammle alte Schallplatten, und das hat mit verkratzten Motown-Scheiben aus Detroit angefangen. Irgendwann in den 90ern habe ich dann zum ersten Mal Bilder von dem berühmten verlassenen Detroiter Bahnhof gesehen. Die Geschichte der Stadt ist einfach faszinierend: wie dort einst der amerikanische Mittelklasse-Traum erblüht ist, mit anständigen Jobs und einem Eigenheim für alle, und wie diese Wohlstandsträume nach und nach zerplatzt sind. Ich habe mich immer gefragt: Wie kann es sein, dass die USA, die große Macht jenseits des Ozeans, solche Schwierigkeiten mit einem Ort hat? Ist es dort wirklich so arm und heruntergekommen? Dazu muss ich sagen: Ich mag die USA sehr, ihre Ideengeschichte und vor allem das „Amerika von unten“ – die Bürgerrechtsbewegungen, die Populärkultur, die tapferen Pionier-Legenden der einfachen Leute. Obwohl ich schon oft in den USA war, habe ich immer bewusst einen großen Bogen um Detroit gemacht. Ich hatte mir vorgenommen: Hier fahre ich nicht „einfach so“ mal hin, hier will ich mehr wissen. Vergangenen Herbst war es dann so weit – ich hatte etwas Zeit, etwas Geld und genau jetzt schien der richtige Zeitpunkt zu sein. Denn auch in Mitteleuropa sprechen wir neuerdings ja sehr viel über den Organismus „Stadt“, über die Gentrifizierung der beliebten Metropolen einerseits und die Verarmung der Shrinking Cities auf der anderen Seite. Wie wollen wir leben, was geschieht, wenn der Faktor „Arbeit“ für immer mehr Menschen wegbricht, wie verändert sich der Lebensraum? Mit diesen Fragen im Kopf bin ich jetzt endlich nach Detroit gefahren.

The Detroit-Berlin Connection

Posted on 2012/02/03

Detroit and Berlin are iconic cities; symbols of cultural and economic domination, as well as of collapse, and (potential) rebirth. Detroit and Berlin have ideological similarities that go far beyond industrial power. As beacons of culture, Detroit and Berlin have both been on the cutting edge of arts activities. Berlin is a crossroads of European film, art, music and food; Detroit is a center of African-American culture, with global credibility in jazz, techno, and emerging cultural expressions.
The Detroit – Berlin Connection looks at the futures of these two great cities and looks at the measures being used to reinvent industrial cities for the 21st century.
/Press release, WDET/

Reporter Martina Guzmann is the head behind the cross-cultural project The Detroit-Berlin Connection, which has become a multi-media series consisting of audio shows, videos and photos.
In an interview on WDET (The Craig Fahle Show) with Bruce Katz of the Brookings Institute and Wayne State University, Robin Boyle, Urban Planning Professor, Martina Guzman describes the biggest similarity of both cities: “I think in terms of the destruction, in terms of two cities that have been destroyed in completely different ways. I mean of course Berlin because of World War I but it recoverd World War II, and then the Cold War and really the division of the wall which destructed the eternal landscape. And I think, we`ve seen it dramatically here in Detroit, but for completely different reasons and that was the biggest similarity. And when people talked about the Berlin-Detroit Connection similarities, they usually talked about art and, you know, techno music, but it was something much, much deeper than that.” To find out more, visit the WDET website – the production has been broadcasted for the first time in October 2011 and all pieces are still available online here.