Ein Exkurs in das Genre der Landart und ein Blick auf die Arbeiten einer ihrer bekanntesten Vertreterinnen: die amerikanische Künstlerin Nancy Holt.

Man stelle sich vor: vier begehbare Betonröhren inmitten der Great Basin Wüste in Utah – begehbar, wohlbemerkt. Die amerikanische Künstlerin Nancy Holt steckte hinter dieser Installation, den Sun Tunnels (1973 und 1976), die neue Wege aufzeigen sollten, um die Wahrnehmung der BeobachterInnen in der Landschaft zu aktivieren. “Ich wollte den unendlichen Raum der Wüste auf menschliche Dimensionen zurückführen. [...]

[...] Das Panorama der Landschaft ist zu überwältigend, um es ohne visuelle Bezugspunkte begreifen zu können. Durch die Tunnel werden Teile der Landschaft gerahmt und fokussiert. Die Tunnels ‘erweitern’ den Betrachter visuell, lassen ihn zum Teil der Landschaft werden und öffnen den wahrgenommenen Raum. Wenn der Betrachter allerdings im Inneren der Tunnel steht, schließt – kreist – die Arbeit ihn ein, und die Landschaft wird durch die Löcher und Tunnelenden gerahmt”, schrieb Holt über die Tunnels. ¹)